Ambulante Psychiatrische Pflege
Unterstützung, wenn der Alltag nicht mehr gelingt
Wenn psychische Belastungen den Alltag zunehmend erschweren, kann Unterstützung helfen. Viele Menschen erleben Phasen, in denen Struktur, Orientierung oder Stabilität verloren gehen. In solchen Situationen begleiten wir Betroffene im häuslichen Umfeld – ruhig, verlässlich und im abgestimmten psychiatrischen Versorgungssystem.
Wann kann unsere Unterstützung hilfreich sein?
- wenn Antrieb, Struktur oder Orientierung fehlen
- wenn Ängste, Überforderung oder Rückzug den Alltag bestimmen
- wenn nach einem Klinikaufenthalt Stabilität benötigt wird
- wenn der Alltag ohne Unterstützung kaum zu bewältigen ist
Auch wenn Sie selbst nicht betroffen sind, können Sie sich an uns wenden. Denn viele Angehörige erleben Unsicherheit, Überforderung oder offene Fragen im Umgang mit der Situation eines nahestehenden Menschen.
Unser psychiatrischer Pflegededienst ist von allen niedersächsischen Krankenkassen anerkannt und zugelassen.
Was bedeutet ambulante psychiatrische Unterstützung konkret?
Ambulante psychiatrische Unterstützung bedeutet, dass Fachkräfte zu Ihnen nach Hause kommen oder Sie in Ihrem Alltag begleiten, wenn psychische Belastungen diesen erheblich einschränken. Die Unterstützung ist ärztlich verordnet, an individuellen Zielen orientiert und zeitlich begrenzt. Sie ergänzt ärztliche und therapeutische Behandlungen – sie ersetzt sie nicht.
Wann kann unsere Unterstützung hilfreich sein?
Verbunden mit klaren Alltagsszenarien:
-
Sie haben Schwierigkeiten, den Tagesablauf zu strukturieren
-
Sie erleben häufig Überforderung in bestimmten Situationen
-
Sie fühlen sich durch Belastungen wie Angst, Erschöpfung, soziale Isolation eingeschränkt
-
Sie kommen gerade aus einer Klinik und brauchen Hilfe beim Übergang in den Alltag
-
Sie möchten Krisen frühzeitig begleiten, bevor sie sich verschärfen
Unsere Unterstützung – was Sie erwarten können

Psychiatrische häusliche Krankenpflege (pHKP)
Diese Form der psychiatrischen Pflege begleitet Sie im Alltag, z. B. beim Umgang mit Belastungen, bei Alltagsstruktur, Selbstfürsorge, Symptommanagement und Übergängen nach Krankenhausaufenthalten. Sie findet regelmäßig statt und ist ärztlich verordnet.

Soziotherapie
Soziotherapie hilft, soziale Teilhabe, Tagesstruktur und Alltagsorganisation zu stabilisieren. Sie richtet sich an Menschen, die zusätzlich zu ärztlicher Behandlung im Alltag Unterstützung brauchen, um selbstständiger zu werden.

Psychiatrische Pflegeberatung (§ 37 Abs. 3 SGB XI)
Die Pflegeberatung klärt, wie pflegerische Anforderungen und Versorgungssituationen besser strukturiert werden können und wie vorhandene Leistungen genutzt werden.
Wie gestaltet sich der Ablauf?
Ein Hausbesuch bei Caspar & Dase beginnt mit einer gründlichen Bewertung und einem einfühlsamen Gespräch, bei dem gemeinsam die aktuelle Situation eingeschätzt wird.
Ablauf eines Hausbesuchs
- Erstkontakt: Sie oder Ihre Bezugsperson nimmt Kontakt auf (Telefon, Online-Formular).
- Erstgespräch: Wir klären kurz Ihre Situation, Erwartungen und Möglichkeiten.
- Ärztliche Verordnung: Eine behandelnde Ärztin oder ein behandelnder Arzt verordnet die Unterstützung.
- Start und Begleitung: Unsere Fachkräfte beginnen die Unterstützung im Alltag – verbindlich, strukturiert und abgestimmt.
- Zwischenbilanz: Regelmäßige Abstimmung mit Ihnen und ggf. der behandelnden Ärztin/dem behandelnden Arzt.
- Familieneinbindung: Eventuelle Einbindung von Familienmitgliedern, um Unterstützung zu bieten und ein besseres Verständnis der häuslichen Dynamik zu gewährleisten.
Alltagsperspektiven – Beispiele aus der Praxis
Psychische Erkrankungen zeigen sich im Alltag oft nicht spektakulär, sondern schleichend. Viele Belastungen wirken nach außen unscheinbar, sind für die Betroffenen aber sehr schwer zu bewältigen. Die folgenden Beispiele beschreiben typische Situationen, in denen ambulante psychiatrische Unterstützung sinnvoll sein kann.
„Der Alltag fühlt sich kaum noch zu bewältigen an“
Der Tagesablauf verliert an Struktur. Aufstehen, Termine wahrnehmen oder einfache Aufgaben kosten unverhältnismäßig viel Kraft. Dinge, die früher selbstverständlich waren, werden zur Belastung. Unterstützung kann helfen, den Alltag wieder überschaubarer zu machen und Schritt für Schritt Stabilität zurückzugewinnen.
„Ich bin ständig überfordert oder innerlich unruhig“
Gedanken kreisen, innere Anspannung oder Ängste bestimmen den Tag. Entscheidungen fallen schwer, Reize werden schneller als belastend erlebt. In solchen Phasen kann es entlastend sein, Unterstützung im eigenen Umfeld zu haben, um Belastungen einzuordnen und besser damit umzugehen.
„Nach dem Klinikaufenthalt fehlt mir Halt“
Nach einer stationären Behandlung entsteht häufig eine Lücke zwischen Klinik und Alltag. Der Schutzrahmen fällt weg, während Belastungen weiterhin bestehen. Ambulante psychiatrische Unterstützung kann helfen, Übergänge zu stabilisieren und den Alltag wieder selbstständiger zu gestalten.
„Ich verliere den Überblick über meine Situation“
Formulare, Termine, Absprachen mit Ärzten oder Behörden werden unübersichtlich. Die eigene Situation fühlt sich chaotisch an. In solchen Fällen kann Unterstützung dabei helfen, Dinge zu ordnen, Prioritäten zu setzen und wieder mehr Handlungssicherheit zu gewinnen.
„Krisen kommen immer wieder“
Viele Betroffene erleben wiederkehrende Krisenphasen. Auch wenn keine akute Notfallsituation besteht, kann der Alltag instabil sein. Ambulante psychiatrische Unterstützung kann helfen, Krisen frühzeitig zu erkennen und besser damit umzugehen, um Eskalationen oder erneute Klinikaufenthalte möglichst zu vermeiden.
Nicht jede Situation erfordert sofort umfangreiche Hilfe. Wenn sich Belastungen jedoch verfestigen oder der Alltag dauerhaft beeinträchtigt ist, kann es sinnvoll sein, Unterstützung anzunehmen.
Häufige Fragen (FAQ)?
Brauche ich eine ärztliche Diagnose, um Unterstützung zu bekommen?
Ja. Für die Durchführung ambulanter psychiatrischer Pflege ist immer eine ärztliche Diagnose und eine entsprechende ärztliche Verordnung erforderlich.
Der Erstkontakt oder eine Anfrage kann jedoch auch erfolgen, bevor alle formalen Voraussetzungen vorliegen. Wir klären dann gemeinsam, welche Schritte notwendig sind und unterstützen bei der Abstimmung mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt.
Muss ich mich selbst melden oder kann das auch jemand anderes übernehmen?
Der Erstkontakt kann auch durch Angehörige, gesetzliche Betreuende, Krankenhäuser, PIAs oder Ärzte erfolgen. Viele Betroffene sind in belastenden Phasen nicht in der Lage, selbst aktiv zu werden – das ist bekannt und berücksichtigt.
Wie oft findet die Unterstützung statt?
Die Häufigkeit richtet sich nach der individuellen Situation und der ärztlichen Verordnung. In der Regel erfolgt die Unterstützung regelmäßig und zeitlich begrenzt. Ziel ist es, Stabilität im Alltag zu fördern, nicht eine dauerhafte Betreuung.
Ist das eine Form von Therapie?
Nein, nicht direkt. Ambulante psychiatrische Unterstützung ersetzt keine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung. Sie ergänzt und Unterstützt die therapheutischen Ansätze und setzt diese im Alltag um, dort, wo Belastungen konkret wirksam werden.
Was passiert, wenn sich meine Situation verschlechtert?
Wir unterstützen auch in Krisensituationen und begleiten Betroffene, wenn sich die psychische Belastung deutlich verstärkt. Ziel ist es, frühzeitig zu stabilisieren und Eskalationen möglichst zu vermeiden.
Wenn sich zeigt, dass eine ambulante Unterstützung nicht mehr ausreicht oder eine stationäre Behandlung notwendig wird, unterstützen wir bei der Einordnung der Situation und können – in Abstimmung mit Ärztinnen, Ärzten oder anderen Beteiligten – einen stationären Krankenhausaufenthalt initiieren oder vorbereiten.
Bei akuten psychiatrischen Notfällen oder unmittelbarer Selbst- oder Fremdgefährdung wenden Sie sich bitte an den Notruf, den ärztlichen Bereitschaftsdienst oder den zuständigen Krisendienst.
Rechtlicher Rahmen & Verordnung (verständlich erklärt)
Wie wird die Unterstützung ermöglicht?
Die ambulante psychiatrische Pflege wird von vertragsärztlich tätigen Behandlerinnen und Behandlern verordnet. Dazu zählen insbesondere Fachärztinnen und Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie, Nervenheilkunde oder Neurologie.
Darüber hinaus können auch Hausärztinnen und Hausärzte, psychologische Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sowie Ärztinnen und Ärzte in psychiatrischen Institutsambulanzen (PIA) eine entsprechende Verordnung ausstellen, sofern eine gesicherte psychiatrische Diagnose vorliegt und die medizinische Notwendigkeit festgestellt ist.
Wer übernimmt die Kosten?
Die ambulante psychiatrische Pflege ist eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung und wird bei Vorliegen einer ärztlichen Verordnung in der Regel von der Krankenkasse übernommen.
Gibt es eine Zuzahlung?
Ja. Für die ambulante psychiatrische Pflege gilt die gesetzliche Zuzahlungsregelung.
Versicherte leisten eine Zuzahlung von 10 % der Kosten für maximal die ersten 28 Kalendertage pro Kalenderjahr, sofern keine Zuzahlungsbefreiung vorliegt.
Liegt eine gültige Zuzahlungsbefreiung vor, entfällt diese Eigenbeteiligung vollständig.
Wie lange dauert die Unterstützung?
Die Unterstützung ist zeitlich begrenzt und an konkrete Ziele gebunden. Dauer und Umfang richten sich nach der individuellen Situation, der ärztlichen Einschätzung und dem Verlauf der Unterstützung.
Kann ich die Unterstützung beenden?
Ja. Die Unterstützung erfolgt freiwillig und kann jederzeit gemeinsam überprüft und angepasst werden.
Ambulanter Pflegedienst, Betreutes Wohnen & Tagespflege
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